Ein Märchen kann eine erfundene Geschichte sein oder eine märchenhafte wahre Geschichte.

Es war einmal: Deutschland ohne eigene sub-250g Tuning-Naben. Dann kam das Jahr 1994 und die MAG 215 wurde als Urahn einer legendären Reihe von Naben geboren, die – so klein die Familie auch blieb – die Leichtbaulandschaft weltweit veränder- te. Irgendwie scheint das der Startschuß für einen internationalen Wettbewerb gewesen zu sein. Lange Jahre konnten die MAG ́s die Konkurrenz deutlich in die Schranken weisen, bei den weniger komplizierten Vorderradnaben war der Abstand geringer. Ähnlich bei den MTB-Naben King und Kong. Mittlerweile haben wir uns überholen lassen, denn im Grenzbereich der Machbarkeit können andere Eigenschaften leiden.

Das mussten wir auch einmal mit der „Dezibel“ erfahren. Theoretisch hatte sie die 95g geknackt. Praktisch aber machte die Dezibel ihrem Namen alle Ehre und ihr Freilauf hörte sich mehr wie Maschinengewehrgeknatter an als eine Hinterrad- nabe. Zwar schien sie für Trialfahrer mit ihren hohen Antrittskräften die Nabe der Wahl zu sein, aber viele Überrollungen mochte der Freilauf nicht, nix für Kilometerfresser also. Nun ja, es wird weiter an Überraschungen getüftelt, seien Sie sich dessen sicher.
Mit 1996 etliche Jahre zu früh kam die „Sandwitch“ auf den Markt. Steckachsengabeln gabe es da noch nicht wirklich, die Konstruktion war aber mehr oder weniger schon so eine. Durch eine Verschraubung wurde diese Nabe dann Normalgabel-verträglich. Null Reklamationen, aber der Markt war noch nicht da. Bleibt eine Kuriosität. Auch eine Kuriosität, dafür aber eine erfolgreiche, sind unsere einzigartigen Flansch- verstärkungen ( MAG150, Mig45, Prince, Princess) mit Karbonfaser. Während normalerweise gilt – je schwerer desto sicherer – haben wir hier den umgekehrten Fall: Diese Naben sind die leichtesten mit den stabilsten Flanschen.

Mit unseren Naben ist eine Vielzahl von erfolgreichen Sportlernamen, Titeln und Geschichten verbunden. Der erste richtig große Name war Jan Ullrich. Kam quasi aus der DDR gleich an meine Haustür, Gold in Athen. Oder Supersprinter Mario Cipollini: Anruf aus Pisa, jemand solle sofort kommen, alle tune-Naben des Saeco-Teams wären defekt. Also am Wochenende runtergefahren (wie kann man nur einem Srpinter so leichte Naben geben?) und was war? Der Team-Mechaniker hatte alle Naben beim Routinecheck auseinandergenom- men und nicht wieder zusammengekriegt. Eigentlich wollte ich es ja nicht erzählen. Schon mal was von tune-Staub gehört? Es gab natürlich auch Reklamationen mit der MAG215. Manchmal gab es Spiel im Hinterrad und weil das High-Tech Zeitalter noch nicht angebrochen war, war die beste Methode die Achse mit tune-Staub angerei- chertem Fett zu beschmieren – in der Hauptsache abgekreideter Beton. Die mikrofeinen harten Partikel gruben sich in die Achse und eliminierten das Spiel: Hat funktioniert. Und jetzt zähle ich bis 3 und Sie haben diese Geschichte vergessen: Eins, zwei…

Nun, diese Zeiten sind vorbei, Marcus Klausmann hat mit tune-Naben den 15.ten DM-Titel eingefah- ren, die 12-fache Deutsche Meisterin (XC) Sabine Spitz Bronze, Silber, Gold bei den Olympiaden, Mike Kluge, was weiß ich wievielfacher Meister (kommt heute noch zu uns), Froome und Wiggins fahren tune bei den Bergetappen der Tour und so weiter.

Mountainbiken wir immer beliebter und gebiert neue Spielarten. Zur Dirt fallen mir Martin Söder- ström und Lukas Knopf ein, zu Enduro Rémy Absa- lon. Die alten Recken Klausmann und Spitz lassen 2014 (kurzzeitig?) Benny Strasser und Adelheid Morath die DM gewinnen, macht nichts, alles mit tune-Naben. Und vor allem im Downhillbereich einige international bedeutende Namen (Thanée Seagrave, Neil Stewart, Rachel, Gee), daß ich mich fragen muß: Hey Leute, sind wir nicht eigentlich eine Leichtbaufirma?