
Alles
begann mit einem Gewichtsproblem.... Der damals 28 jährige Uli Fahl
lebte zu diesem Zeitpunkt in München und arbeitete als Chemiker
bei einem großen Konzern für Schmiermittel. Die
Wochenenden verbrachte Uli mit seiner Frau Gisela in den angrenzenden
Alpen um zu klettern. Da mit dem Auto nicht alles in den Bergen
erreichbar war, wurde eines der neuesten Kettler Mountainbikes
gekauft. Mit der Kletterausrüstung auf dem Rücken machte
sich Uli auf in die Berge. Die Euphorie über die brandneue
Errungenschaft erblaßte recht schnell bei dem ersten Anstieg
und Uli kam sich mit der schweren Last auf dem Rücken eher wie
ein Maultier vor.
Der Zwang zur Gewichtsreduzierung lag nahe.
Einfache
Dinge, wie die Zahnbürste, wurden gekürzt. Doch vom
Tüftlerdrang gepackt, mußte Uli unzufrieden feststellen,
dass beim Reisegepäck nicht viel mehr zu sparen ist. Der
Entschluß stand fest: Eigene Komponenten müssen her, die
Bikes besser, schöner und vor allem leichter werden.Da er
nicht der einzige war und viele Menschen sich über die
bleischweren Räder beschwerten, gründete Uli 1989 die Firma
Tune.
Gerade rechtzeitig zur ersten aufkommenden Leichtbauwelle präsentierte Uli einen sensationell leichten
Schnellspanner.
Dieser und einen Sack voll Aluminiun-Schrauben
ergaben die erste Produktpalette der Firma Tune. Sehr schnell wurden
die Bikeparts ein absolutes Muß für jeden ambitonierten
Fahrer, denn es galt die 13-Kilo-Grenze zu unterschreiten.
Die
Anfragen mehrten sich, Uli erkannte rechtzeitig die Möglichkeiten
und gab seine sichere Chemikerstelle für den Leichtbau auf.
1991 wurde das erste Titan-Innenlager AC 11 vorgestellt. Die
Konstruktion mit weit außen liegenden Lagern und langen
Spannschrauben setzte Maßstäbe. Der Imagesprung von der
Bastelbude zum anerkannten Leichtbauspezialisten war geschafft.
Das
Münchner Büro/Wohnzimmer wurde zu klein, weshalb ein
uraltes Bauernhaus im heimischen Südbaden gekauft wurde. Das
neue Mekka des Leichtbaus lag jetzt in der 100 Seelen-Gemeinde
Muggardt.

Nach
dem rasanten Aufstieg und vielen Erfolgen, galt es auch einige
Rückschläge zu überstehen. Neue Materialien erwiesen
sich als nicht ausgereift, weder das superleichte Innenlager mit
Keramiklager, zum Stückpreis von 3000 Mark (ca. 1500 Euro), noch die Sattelstütze aus einer neuen Legierung,
brachte nicht den erhofften Geldregen. Die Krise konnte
überstanden werden und Uli konnte seine Lehren daraus ziehen.
Ende
1994 schlagen die neuen Kurblen (Big Foot) wie eine Bombe ein. Tune
wird Innenlager-Hoflieferant beim US-Rahmenbauer Klein und etabliert
sich als Leichtbau-Spezialist auch international.
Uli richtet sein
Augenmerk immer mehr auf die Naben/ Laufräder. „Die Laufräder
sind die beste Art, Gewicht zu sparen. Durch die rotierenden Massen
wirkt sich hier jedes Gramm Gewichtsersparnis besonders deutlich
aus“, so Uli Fahl.
Das
Resultat sind wahre High-Tech-Naben, die nach Meinung vieler Ihrer Konkurenz weit voraus
sind, superleicht, aber stabil genug sind, um allen Kräften
stand zu halten.Die Firma Tune wird eine feste Größe
in der Branche und überlebt als einer der wenigen Firmen den
Einbruch des Leichtbau-Booms Ende der 90er.
Uli´s
Geheimrezept ist simple. „Die Natur hat uns alles vorgemacht.“
In den
folgenden Jahren finden die Tune-Parts einige prominente Anhänger.
Radprofis wie Jan Ulrich, Mike Kluge, Sabine Spitz und die
Fumic-Brüder setzen auf die leichten Teile.
Sogar die
Leichtbau-Kritiker wurden eines Besseren belehrt. Ausgestattet mit
Tune-Naben, -Kurbeln, -Schnellspanner und -Sattelstütze siegt
Marcus Klausmann im Downhill seit Jahren. Der 12 fache Deutsche
Meister und ehemalige Junioren Weltmeister zeigte, das die Tune-Parts
auch den härtesten Bedingungen stand halten.
Mittlerweile
ist die Firma Tune das Urgestein des Leichtbaus und feiert 2008 ihr
20jähriges Bestehen.